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Denkmal

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Denkmal …
Mut zur eigenständigen Persönlichkeit!


Mein Denkmal soll einerseits mahnen, andererseits Mut machen. Und zwar dazu, eine eigenständige Persönlichkeit zu sein, bzw. zu werden. Denn wer angefangen hat etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden. Weswegen eine abgeschlossene Entwicklung wohl nie irgendjemand im Leben erreichen wird.

Auf jeden Fall hatte ich das Bild für die Umgebung schon eine ganze Weile im Kopf, nun bestimmt schon ein Jahr. Jetzt ist noch das passende Denkmal dazu gekommen. Umgebung und Denkmal stehen bei meiner Arbeit in engem Bezug, obwohl auch das eine ohne das andere etwas aussagt.

Aus diesen chronologischen Gründen zuerst etwas zur Umgebung:
Dargestellt auf dem Bildausschnitt ist eine Weggabelung mit zwei Wegweisern. Auf dem linken steht "LUCK", auf dem rechten "SHIT". Wenn man an dieser Gabelung steht und in die Richtung "LUCK" schaut, sieht man allerdings erst einmal nichts Erfreuliches. Nämlich alles, was der "durchschnittliche" Mensch nicht will: Regenwetter, hässliche Landschaft, Hindernisse…
Schaut man allerdings Richtung "SHIT" sieht man einen Weg, der direkt ins Paradies zu führen scheint: schönes Wetter, hübsche Landschaft, angenehmer Weg…
Welchen Weg soll man da gehen?
"Natürlich den einfacheren!" sagt der Durchschnittsmensch und schreitet voller Überzeugung in Richtung "SHIT".
Und was kommt nach diesem schönen Wegabschnitt? Das genaue Gegenteil!
Auf meinem Bild ist diese Wende angedeutet. Allerdings muss man sich vorstellen, dass das der Entscheidene nicht sieht. Der Mensch mit tiefem Selbstvertrauen ahnt es vielleicht.
Diese Bildvorstellung kam mir mit den Gedanken über die gute Menschheit in den Sinn. "Durchschnittsmensch" ist in meinem Text zwar etwas abwertend gebraucht, soll aber nicht grundsätzlich den Durchschnitt angreifen. Es ist hier eher so gemeint, dass man nicht blind der grossen Masse traut, sondern auch einmal auf die innere Stimme hört. Und den richtigen Weg nimmt, wenn er schon angeschrieben ist! Dieser ist oftmals am Anfang der schwierigere, doch man ist schliesslich nicht verpflichtet, eine beschränkte Sicht zu haben. Schau in die Zukunft, behalte die Vergangenheit in schönen Erinnerungen und lebe die Gegenwart!
Es gibt da so ein Sprichwort "Lebe jeden Tag, als ob es dein letzter wäre." Und wenn es nicht dein letzter war, hast du wohl Pech gehabt. Vielleicht hast du all dein Geld aus dem Fenster geworfen, deinen grössten Feind ermordet, oder oder… Und dann bereust du es.
Ich denke, so aufgezeigt, leuchtet dieser Gedanke jedem ein.
Aber wieso nicht im richtigen, im gegenwärtigen Leben? Man wäge den Vorteil von Gegenwart und Zukunft gesamthaft ab. Und vermutlich bringt nicht die bequemste Gegenwart die tollste Zukunft. Man benutze das Gehirn und den Körper und lerne aus der Vergangenheit, anstatt immer den einfachsten und leichtesten Weg zu nehmen. Und siehe da: Man hat ein wichtiges Rezept für die erfüllende Lebensführung gefunden.
Das soll keineswegs heissen, immer den schwereren Weg nehmen zu müssen. Doch manchmal ist da, wo kompliziert draufsteht, einfach drin.
Mut haben, den eigenen Weg gehen und der eigenen inneren Stimme genau zuhören und diese auch ernst nehmen, damit ist bestimmt jeder gut beraten. Und der Mensch, der sich an eigene Grundsätze hält, wird sicherlich auch nichts bereuen müssen. Denn auch wenn etwas schief gelaufen ist, so war es vermutlich nur der erste furchteinflössende Abschnitt des Weges "LUCK". Doch auch diese Erfahrungen sind wertvoll und nützlich und führt vielleicht geradewegs zum Glück. Und das weiss dieser Mensch.
Und jeder kann ein solcher Mensch sein!

Nun zum Denkmal:
Das Denkmal soll ebenfalls auf genau diese Problematik "innere Stimme versus restliche Menschheit" hinweisen. Es soll ein richtiger Mutmacher sein und mit seinem Design dem Menschen diese Erkenntnis geben. Es soll aber auch funktional als Sitzbank sein, um sich kurz darauf niederzulassen, bevor man sich für einen Weg entscheidet.
Es ist nicht riesig, wie das vielleicht andere Denkmäler sind. Es soll genau für diesen einen Mensch sein, der sich darauf niederlässt, sich klein und unsicher, vielleicht auch dumm fühlt. Diesem Menschen soll es Mut machen, sich selbst immer noch am meisten zu vertrauen. Auch Leute, die in "Rudeln" leben, sterben allein. Da können sie auch nichts machen, wenn sie alle zusammen von der Brücke springen.
Also soll dieser wundervolle Mensch doch seiner Linie treu sein, das tun was er für schön und richtig hält, und mit seinem einzelnen Leben die Welt ein Stück mehr bereichern.
Die Sitzbank hat ein passendes, wenn auch etwas abstraktes Design. Die Lehne besteht aus vereinfachten Menschen und Köpfen. Die vordersten zwei sind durch jeweils einen Arm verbunden. Das soll zeigen, dass eine Bindung zwar etwas wunderbares ist, wenn jeder seine Freiheit spürt. Eine solche Verbindung aber, in der man sich einen Arm teilen muss, ist einengend und keineswegs bereichernd. Die Armlehnen sind Arme von den hinteren zwei Menschen. Sie fahren ihre schlangenähnlichen Arme aus, umschmeicheln und versprechen Halt. Doch es ist Gefangenschaft. Auch die Sitzfläche ist mit runden Formen verziert und zeigt ein harmonisches Erscheinungsbild. Bei meinem Denkmal steht das Runde für Anpassung, das geheuchelte Ganze und für falsche Freunde.
Einige wenige eckige Formen gibt es allerdings: Bei den Armen der vorderen Menschen der Rückenlehne und bei den Beinen, welche die ganze Bank tragen.
Die Form bei der Lehne erinnert mich an einen Edelstein. Dieser Edelstein steht für Individualität, Kreativität und den Mut des einzelnen Menschen.
Die Beine sollen zeigen, dass diese eckige Form die Kraft hat, zu tragen und stark zu sein.
Ich habe mich bewusst mit diesen "Edelsteinen" zurückgehalten. Denn der wichtigste Edelstein sitzt entweder auf dieser Bank, oder betrachtet gerade mein Bild. Er soll sich seiner eigenen Wichtigkeit bewusst sein und sich auch wertvoll fühlen dürfen.
So wertvoll, dass er sich ein schönes Leben gönnt, und sich nicht selbst im Wege steht.

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